Hermes Baby

Die Hermes Baby das MacBook Air des Schreibmaschinenalters, was meine Frau erzürnte, dass ich eine weitere Schreibmaschine kaufen wollte, konnte mit dem Wunsch eine Ultra Portable Schreibmaschine für den Campingurlaub  zu haben begründet werden. So kam es nach einer Ebay Auktion dazu, dass sich dieses Baby dazu gesellte. Vorerst wird es die letzte Schreibmaschine gewesen sein. Sollte ich mir doch nochmal in den Kopf kommen eine zu kaufen muss definitiv vorher eine andere wieder gehen.

in der Auktion waren die Bilder nicht hochauflösend oder Detailreich. In der Beschreibung hieß es aus erster Hand und wenig verwendet.

Befürchtet hatte ich schon schlimmes ein wenig unappetitlichen Dreck konnte man erkennen und auch weiße Flecken auf dem Farbband.

Als das Paket vor der Tür stand, hatte ich der Größe nach nicht mit meiner Hermes Baby gerechnet. Es wirkte so klein. Doch sie war es.

Als ich den Karton dann auf machte kam mir ein meiner Meinung nach Parfüm Geruch entgegen. Von anderen Gegenständen kannte ich sowas schon um bspw. Gerüche zu übertünchen. Die Hermes Baby dann in den Händen haltend konnte ich auf den ersten Blick Tabakreste an dem Blech hinter den Zahlen 6-9 erkennen. Aber sie roch nicht nach Zigaretten, was ich als Nichtraucher, den es stört wenn es nach Rauch oder kalten Rauch riecht zufrieden stimmte. Mit Überraschung stellte ich fest, dass passende Metallspulen sich unter der Abdeckung versteckten. Das Farbband an sich hatte aber seine besten Zeiten hinter sich. Wie auf den Bilder bereits erkennbar schimmelig. Farbband abgespult, Spulen in Zitronensäure gesäubert fertig.

Dann habe ich mir das Baby selbst vorgenommen und erstmal das Gehäuse entfernt, sowie manch andere Bauteile in oder hinter denen sich der Dreck sammeln konnte. Nach einer ordentlichen Reinigung mit Bürste und an einigen Stellen mit etwas Alkohol stellte ich den gleichen Geruch fest wie nach öffnen des Pakets. Es handelte sich bei dem Tabak also scheinbar um Pfeifentabak, was dann auch den Geruch erklärte. Auf dem Bodenblech lag auch ein halb verbranntes Streichholz.

Aus meiner Kindheit erinnere ich mich an wenige Männer die Pfeife rauchten. Dies roch dann aber grundsätzlich sehr angenehm im Gegensatz zu Zigaretten oder einst unser Nachbar, der Zigarren rauchte. 

Nach der gründlichen Reinigung habe ich alles wieder zusammengebaut ein frisches Seidenfarbband von Frau Theobald (Theobald Büromaschinen, Wallerfangen) umgespult und eingefädelt und siehe da schreibt wie am Schnürchen.

Laut der Seriennummer handelt es sich um das Baujahr 1949, (typewriterdatabase.com) womit sie sich fast perfekt zwischen meine 1938 Conti 100 und die SM2 aus 1958 einreiht. Auch meine Frau ist von dem „leisen“ Geklacker begeistert, obwohl sie es sauer stimmte, dass ich nach einer weiteren Schreibmaschine guckte. Im direkten Vergleich ist sie leiser als die SM2 und die Conti 100 und ich muss meine Finger noch etwas zügeln, denn aufgrund des kurzen Weges der Typen scheinen diese öfter bei meiner Schreibgeschwindigkeit zu kollidieren. Nun habe ich den perfekten Reisebegleiter für die Campingurlaube in unserem „Düdo“ MB 407.

Der Preis den ich bezahlt habe siedelt sich bei einem Durschnittsbesuch von 2 Personen beim Italiener im Restaurant an.

Quelle:
https://www.typewriterdatabase.com/hermes.82.typewriter-serial-number-database